Test: AVerMedia Live Game 4K - GC573

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  • Hallo zusammen,

    immer wieder kommt das Thema Game Capture Card hier im Forum auf. Vor kurzem durfte ich die Live Game 4K - GC573 Capture Card (229,99 €) von AVerMedia testen und will euch hier gerne meine Erfahrungen berichten. AVerMedia ist neben Elgato einer der größten Anbieter im Bereich Capture Cards. Im Artikel werde ich versuchen, immer wieder Vergleiche zur Elgato 4K60 PRO (249,99 €), aber auch zur Razer Ripsaw (169,99 €) zu ziehen. Die Modelle liegen etwa in der gleichen Preis- und Leistungsklasse.

    Disclaimer:AVerMedia hat mir freundlicherweise die Karte zum Testen zur Verfügung gestellt. Ich nutze sie nun seit etwa drei Wochen. Die hier dargestellten Inhalte entsprechen zu 100 Prozent meiner persönlichen Meinung. AVerMedia hatte keinen Einfluss auf die redaktionelle Gestaltung dieses Berichtes.



    INHALT
    Inder Verpackung enthalten sind:
    1. die Capture Card Live Gamer 4K (GC573)
    2. ein HDMI 2.0-Kabel
    3. eine Schnellanleitung sowie
    4. eine Produktschlüsselkarte für 4K Videobearbeitungssoftware CyberLink PowerDirector 15. Den Schlüssel habe ich nicht benutzt, da ich mit DaVinci Resolve arbeite. Wer also Interesse hat, kann sich gern melden.
    Die Schnellanleitung ist recht ausführlich, was sicher daran liegt, dasses sich hierbei um eine Karte mit PCiE-Anschluss handelt. Insgesamt macht die Karte einen sehr soliden Eindruck. Sie ist mit einer Art Metallgitter umhüllt, die vermutlich auch noch als Kühlkörper dient. Optisch gefällt sie mir sehr gut, auch wenn das sicher Geschmackssache ist.

    TECHNISCHE DATEN
    Da die Live Gamer 4K über einen PCi-Express-Anschluss verfügt, müsstihr sie, ähnlich wie eine Grafikkarte, in euren PC einbauen. Der Vorteil dabei: ihr habt weniger Kabelsalat und habt im Endeffekt nurnoch den HDMI-Input und HDMI-Output. Durchdie enorm hohe Durchlaufauflösung (Passthrough) könnt ihr, sofern vorhanden, eure Games auch in der originalen Auflösung am Monitor genießen. Viele niedrigpreisigen Karten skalieren das Bild sonst nämlich bei der Ausgabe runter. Die Elgato 4K60 PRO steht der AVerMedia in dieser Hinsicht in nichts nach und es können einfach mal bis zu 240 fps aufgezeichnet werden.Ich finde das beachtlich, auch wenn das nur bei 1080p möglich ist. Bei 1440p sind immer noch 144 fps drin und bei 2160p nur noch 60, wasfür die meisten unter uns mehr als ausreichend ist. Die RazerRipsaw unterstützt leider nur 60 fps, unabhängig von der Auflösung.



    1. Schnittstelle:PCI-Express x4 Gen 2 (was quasi latenzfrei bedeutet)
    2. Eingang und Ausgang (Durchlauf): HDMI 2.0
    3. Max. Durchlaufauflösung: 2160p60 HDR / 1440p144 / 1080p240
    4. Aufnahmeformat: MPEG 4 (H.264+AAC) oder (H.265+AAC)*
    5. Abmessungen (B x T x H): 125 x 151 x 21,5 mm
    6. Gewicht: 208 g
    7. Sonstiges: RGB! :D


    SYSTEMANFORDERUNGEN
    Die Systemanforderungen sind sehr moderat. Ich nutze einen i5-4690K und eine GTX 750 Ti, bin also weit vom aktuellen Standard entfernt unddas Teil läuft wie eine 1, ohne meinen Rechner zu verlangsamen.
    Was aber richtig cool ist, ist, dass AVerMedia ein Kompatibilitätstest-Tool anbietet. Ihr könnt es hier herunterladen und schauen, ob euer Rechner für die Karte geeignetist. Das erspart mögliche Tränen im Nachgang.

    Für 4Kp60 HDR oder 1080p240:
    1. Intel Core™ i5-6XXX or above
    2. NVIDIA GeForce® GTX 1060 or above
    3. 8 GB RAM
    Für 1080p60 :
    1. Intel® Core™ i5-3330 oder höher (i7-3770 empfohlen)
    2. NVIDIA® GeForce® GTX 650 / AMD Radeon™ R7 250X oder höher
    3. 4 GB RAM


    EINBAU
    Der Einbau war zu Beginn etwas knifflig. Ich habe ein NZXT 500 Gehäuse.Auf der Rückseite befinden sich herausnehmbare Rückplatten (falls man die Teile so nennt, die raus müssen, damit man an die Anschlüsse der Karten kommt). Diese Platten sind mit einer etwas größeren Platte befestigt. Das Fazit: die Karte hat nicht durch den engen Schlitz gepasst. Ich habe dann die komplette Capture Card auseinandergeschraubt und irgendwie versucht, das Ding reinzufriemeln. Ohne Erfolg. Es hat etwa eine halbe Stunde gedauert, bis ich gemerkt habe, dass ich einfach nur die Halterung am Gehäuse entfernen muss. Danach war es echt ein Kinderspiel:
    1. Karte in den Slot
    2. hinten alles verschrauben
    3. fertig
    EINRICHTUNG
    Beim Hochfahren blinkt die Karte in einem roten RGB-Licht. Zuerst dachte ich, dass das nichts Gutes bedeuten kann. Rot ist ja immer was Schlechtes. Das war dann auch zuerst so. Im ersten Schritt wurde die Karte nicht direkt erkannt. Ich weiß nicht, wie sich PCi-Steckplätze grundsätzlich verhalten, aber ich nehme an, dass die Treiber nicht automatisch geladen werden. Also ab auf die Website und den Treiber runterladen. Und genau das gefällt mir richtig gut an dieser Karte. Man lädt einfach den Treiber runter und ist fertig. Kein Witz! Das Teil läuft dann direkt und wird auch überall sofort erkannt.
    Jeder, der schon mal was von Elgato hatte, weiß, dass man zuerst eine oder zwei Software-Programme runterladen muss. Wer mehrere Geräte davon nutzt, muss hin und wieder in den Einstellungen das Eingangssignal umstellen, hier justieren, da justieren usw. Das ist super anstrengend und manchmal läuft es 2 Woche lang super und kurz vorm Stream muss man alles neu einstellen. Das hatte ich bei der AVerMediaLive Game 4K - GC573 kein einziges mal!



    BETRIEB
    Nachdem die Karte ordnungsgemäß eingerichtet war, lief alles super. Ichhatte kein einziges Mal das Problem, dass etwas ausgefallen ist.
    Das Wichtigste für mich ist allerdings, dass es keine Verzögerung gibt. Durch den Anschluss am PCiE-Slot, klemmt die Karte direkt auf dem Mainboard und kann so das Signal direkt übertragen. Eine Verzögerung wie bei meiner alten Elgato Game Capture HD (über USB 2.0) entfällt so komplett.
    Die RGB-Beleuchtung sowie die gewünschte Auflösung können in derRECentral Software mit wenigen Klicks eingestellt werden. Es gibt 3 Präsentationsmodi.
    1. Farbiger Atem (Regenbogen. Licht geht an, aus, an usw.)
    2. Farbton-Zyklus (Regenbogen mit fließendem Übergang)
    3. Träumerisch (Pastellfarben. Gelb, Rosa, Lila, Helblau mit fließendem Übergang)
    Werdarauf aber keine Lust hat, muss die Karte nicht leuchten lassen.Abschalten ist stets eine Option. Euch muss dann aber klar sein, dass mindestens 30 fps verloren gehen, wenn ihr die Beleuchtung abschaltet. ;)
    Ansonsten soll die RECentral Software angeblich die erste Software sein, die HDR aufzeichnen kann. Das hab ich aber nicht getestet, da weder meineKonsole, noch mein Rechner oder mein Monitor das darstellen können. Die Sotfware macht aber einen stabilen Eindruck, auch wenn man siewirklich nicht braucht, um die Capture Card zu betreiben. Ersetzen wird sie für mein Zwecke OBS und SLOBS vorerst nicht und durch meinen Elgato CamLink werde ich auch weiterhin diese Software verwenden müssen, aber so ist das eben. Eventuell werde ich sie aber mal für kleinere Aufnahmen verwenden.

    BEISPIELAUFNAHME

    In dem Video sieht man, dass der Kontrast bei der Elgato Game Capture HD etwas höher ist. Auf den ersten Blick sieht das Bild für mich persönlich zwar etwas hübscher aus, doch trügt der Schein. Insgesamt läuft es weniger flüssig, da sie keine nativen 60 fps liefert und wenn man etwas ranzoomt sieht man auch, dass die mögliche Bitrate deutlich niedriger ist und Details verloren gehen. Das Ergebnis: die AVerMedia liefert ein schärferes Gesamtbild.

    FAZIT
    DieAverMedia Live Game 4K ist eine echt gute Karte. Das Setup funktioniert kinderleicht, die Einrichtung ebenfalls und im Betrieb macht sie keinerlei Probleme und liefert eine wirklich gute Performance. Sie unterstützt 4K mit 60 fps und bis zu 240 fps bei1080p und eine wirklich beeindruckende Schärfe und Qualität. Das Wichtigste für mich ist allerdings, dass es keine Verzögerung gibt.Durch den Anschluss am PCiE-Slot, klemmt die Karte direkt am Mainboard und kann so das Signal ohne Delay übertragen. Eine Verzögerungwie bei meiner alten Elgato Game Capture HD (über USB 2.0) entfällt so komplett.
    Klar, knapp 230 € sind eine wirkliche Stange an Geld und man muss sichvorab überlegen, ob es das wert ist. Wer aber bereits die Entscheidung getroffen hat und die Elgato 4K60 PRO oder die Razer Ripsaw ins Auge gefasst, kann getrost auch zur AVer Media Live Game 4K greifen. Von meiner Seite aus klare Kaufempfehlung. Inwieweit sich das Topmodell zu den günstigeren Modellen von AVerMedia verhält, weiß ich leider nicht.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Game of Jones ()

  • Moin,

    verstehe ich das richtig, dass du die Live Game 4K im Video mit einer über 7 Jahre alten Elgato Game Capture HD vergleichst? 8|
    Grundsätzlich würde mich der Vergleich schon interessieren, aber dann mit gleicher Auflösung, FPS und Bitrate.

    Zusätzlich verwirrend finde ich, dass du im ersten Absatz noch schreibst, die AVerMedia Karte mit der Elgato 4K60 PRO vergleichen zu wollen, sich das Fazit des Test-Videos dann aber auf die Elgato Game Capture HD bezieht.
    Jetzt könnte man doch glatt den Eindruck gewinnen, dass die Elgato 4K60 PRO deutlich schlechter ist. ;P :peace:

    Gruß
    .Rock
  • Ja, stimmt beides. Technisch wurden die Werte mit der 4K Pro verglichen. Praktisch konnte ich leider nur mit der Game Capture HD vergleichen. Ist halt die Karte, die ich hier noch liegen habe, weil ich sie vorher genutzte habe. :)
    Für reines Streaming ist es fast unerheblich, welche man nun nimmt, da die Bitrate von Twitch so stark einschränkt. Aber natürlich ist es insgesamt immer besser, wenn das ursprüngliche Signal besser ist. Heißt: wenn die Karte mehr Bitrate aufnehmen kann, ist das Endergebnis auch besser. Auch wenn ich finde, dass es bei nem Stream in 720p auf Twitch quasi nicht wirklich sichtbar ist.
    Bei Aufnahmen für Let’s Plays und wenn man ein Eingangsgerät in 4K hat, sieht das aber sicher anders aus.

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